Erinnern oder Überzeugen?
Zwei Wege – und warum einer uns erschöpft
1. Es gibt einen Moment, in dem wir müde werden
Es gibt diesen Punkt im Leben vieler Frauen,
an dem etwas still wird.
Nicht außen.
Innen.
Man merkt plötzlich, wie viel Energie es kostet, sich immer wieder zu erklären.
Die eigenen Entscheidungen zu begründen.
Den eigenen Weg zu verteidigen.
Die eigene Wahrheit in Worte zu pressen, damit sie für andere nachvollziehbar wird.
Und irgendwann taucht eine leise Frage auf:
Was, wenn ich nicht mehr überzeugen müsste?
2. Das Prinzip des Überzeugens
Überzeugen ist eine nach außen gerichtete Bewegung.
Es arbeitet mit Argumenten.
Mit Logik.
Mit Struktur.
Mit Belegen.
Es sucht Zustimmung.
Es braucht ein Gegenüber.
Es lebt vom Austausch – oder vom Widerstand.
Und manchmal hat es einen missionarischen Charakter, der davon überzeugt ist, die Wahrheit für sich alleine zu besitzen. Jeder, der etwas anderes denkt, wird als falsch empfunden.
Dieses männliche Prinzip des Überzeugens hat in fast allen Bereichen unserer Welt Einzug gehalten: im Business, in Politik, in Diskussionen, in den Familienstrukturen, ja sogar in der Erziehung unserer Kinder. Wie oft bestreiten wir die Wahrnehmung des Kindes und behaupten das Gegenteil, von dem, was es in seiner intuitiven, offenen Art wahrgenommen hat. Wer hat nicht diesen Satz gehört: „Das ist nicht so schlimm!“ oder „Du musst nicht so empfindlich sein“ – diese Sätze, die durch ihre große Kraft, da von den Eltern kommend, das zarte Gerüst des Selbstvertrauens und der Selbstliebe ins Wanken bringen und die Aufmerksamkeit schon in den Kindertagen auf das Außen richten.
So ist es oft ein mühsamer Weg, sich wieder auf die eigene Wahrheit zu fokussieren. Doch, wenn eine Frau beginnt ihre eigene Wahrheit zu leben, spürt sie oft, dass dieses Prinzip des Überzeugens sie nicht mehr nährt und vor allen Dingen, nicht das ihre ist.
Überzeugen ist anstrengend. Es bedeutet, die eigene Kraft nach außen zu verlagern und sich von der eigenen Mitte, der Schoßkraft entfernen; den heiligen Gral verlassen, sich selbst verlassen.
3. Das Prinzip des Erinnerns
Erinnern ist eine Bewegung nach innen.
Es entsteht nicht im Kopf.
Sondern im Körper.
In der Tiefe.
Erinnern heißt:
Ich weiß. Ich habe es immer gewusst, da es in jeder einzelnen Zelle verankert ist. Weil es in mir wahr ist – meine Wahrheit ist.
Eine erinnerte Frau diskutiert weniger.
Verbunden mit ihrer Mitte und ihrer natürlichen Fülle, argumentiert sie nicht aus Mangel.
Sie steht verwurzelt in ihrer Wahrhaftigkeit.
Und genau darin liegt ihre Kraft.
Erinnern braucht keine Zustimmung.
Es braucht Verkörperung.
4. Der Unterschied in der Energie
Überzeugen erzeugt Spannung, Druck, ist zielorientiert – es ist diese gerade Linie von A nach B.
Erinnern erzeugt Resonanz, öffnet einen Raum im Körper, der schon seit langer Zeit verschlossen war. Er hütet diese intuitive Wahrheit, die wir in unserem Leben als Kind kannten, in unseren früheren Zeiten ganz natürlich als wichtigen Bestandteil der Menschheit achteten.
Überzeugen versucht, etwas zu erreichen.
Erinnern ist bereits angekommen und gleichzeitig immer noch auf der Reise. Im Raum des Erinnerns ist das Ankommen eine statische Kraft, wohingegen das Bewegen ein ständiges im Fluss sein bedeutet.
Überzeugen richtet sich nach außen.
Erinnern sammelt die Energie im Inneren.
Wenn wir im Überzeugen bleiben, fühlen wir uns oft erschöpft.
Wenn wir im Erinnern sind, fühlen wir uns gesammelt.
5. Weibliches Erwachen ist kein Lauterwerden
Viele Frauen glauben, sie müssten stärker werden, sichtbarer, lauter.
Doch weibliches Erwachen ist oft das Gegenteil.
Es ist ein Leiserwerden.
Ein Klarwerden.
Ein Zurückkehren in die eigene Mitte.
Die Welt braucht keine lauteren Stimmen. Die aktuelle Weltpolitik zeigt uns, wo dieses Lauterwerden hinführt – zu Krieg, zu Tortur und Gewalt.
Die braucht verkörperte Wahrheit, die dem anderen den Raum für seine Wahrheit lässt.
Nur so erfahren wir ein neues Miteinander in Würde und Achtung.
6. Eine Einladung an dich
Vielleicht darfst du dich fragen:
- Wo versuche ich noch zu überzeugen?
- Wo weiß ich längst?
- Wo argumentiere ich, obwohl ich innerlich schon entschieden bin?
- Wie würde es sich anfühlen, einfach zu stehen?
Vielleicht beginnt weibliches Erwachen genau hier.
Nicht im Kampf.
Sondern im Erinnern.
7. Ein Raum für dieses Erinnern
„Ein Raum der Erinnerung“ ist aus genau dieser Bewegung entstanden.
Kein Ort des Überzeugens.
Kein Raum, in dem du etwas richtig machen musst.
Sondern ein Raum, in dem du dich wieder an deine eigene, innewohnende Kraft erinnern darfst.
„Ein Raum der Erinnerung“, den ich im Außen hüte, damit du ihn in deinem Inneren wieder bewohnen kannst.
Diesen Raum im Außen findest du in meiner Community auf Facebook
„Erinnere deine Wahrheit“. Du bist herzlich eingeladen, dich dort wieder an deine innewohnende Kraft zu erinnern.
Wenn du die kommenden Impulse erhalten möchtest, lade ich dich herzlich ein, dich mit mir zu verbinden.