Mamokita
Ein Raum der Erinnerung
Angelika Michels
Foto: Ben Kupke, Unsplash
Die Wahrheit,
die jeder kennt und keiner ausspricht.
Eingebettet im Schoß,
aus dem alles Leben entsteht.
DAS VERGESSEN
Noch nie haben wir so viel gesprochen – und so wenig gesagt.
Noch nie waren wir so vernetzt – und so allein.
Noch nie waren wir so weit von uns selbst entfernt.
Wir haben vergessen.
Wir haben unsere Einzigartigkeit vergessen.
Wir haben unsere individuelle Sprache vergessen.
Wir haben unsere Verbindung zu uns selbst vergessen.
Angepasst,
Funktionierend,
Oberflächlich,
Entwurzelt,
gehen wir durch dieses Leben.
Auch wenn wir gewohnt sind,
wundervolle Wörter aneinander zu reihen,
ach so bedeutende Sätze zu formulieren,
war alles noch nie so sinnlos,
so abgehoben,
wie jetzt.
Abgehoben,
entkörpert,
aus der Luft gegriffen,
bodenstandslos.
Eine graue, traurige Welt,
die sich in den ewigen Räumen
der Trostlosigkeit verliert.
DIE WUNDE
Foto: Bri Tucker, Unsplash
Viele Frauen verspüren im Moment
diese Sinnlosigkeit,
dieses Getrenntsein von ihrer inneren Welt,
diesen Verlust ihrer inneren Wahrheit,
dieses Entwurzeltsein aus dem lebendigen Boden des Lebens.
Frauen, die müde und erschöpft,
sich durch den Tag schleppen,
Freude und Glück
in Konsum, Rausch und auf Instagram suchen.
Sie haben vergessen,
waren gezwungen zu vergessen,
weil sie überleben wollten,
weil sie überleben mussten,
weil sie das Leben weitergeben wollten,
weil sie das Leben weitergeben mussten.
Zu viele Frauen wurden
exkommuniziert,
verbrannt,
als hysterisches Frauenbild oder
als schnatterndes Huhn gebrandmarkt.
Ihr Wissen und ihre Weisheit wurden verbannt,
das intuitive Leben wurde gebrochen,
das fürsorgliche Miteinander wurde
dem Moloch der Leistung geopfert.
Frauen wurden als Sünderinnen hingestellt,
verantwortlich gemacht für den Rauswurf aus dem Paradies.
Ihr Blut wurde als unrein erklärt,
sie wurden entmündigt und entmächtigt.
DIE LIEBE,
DER KLEBESTOFF ALLEN SEINS,
WURDE ERSETZT DURCH
HASS,
NEID,
EIFERSUCHT,
TRENNUNG.
Ein Ungleichgewicht sondergleichen wurde kreiert,
das weder dem Mann noch der Frau
Freiheit, Glück und Sinnhaftigkeit brachte.
.
DIE HOFFNUNG
Foto: Olga Nayda, Unsplash
DAS GLEICHGEWICHT
KANN NUR DANN WIEDER HERGESTELLT WERDEN,
WENN
DIE WEIBLICHE KRAFT
IHREN ANGEMESSENEN
PLATZ ZURÜCKERHÄLT.
Die Frauen sind nicht gebrochen.
Sie haben ihre Weisheit tief in ihren Zellen verankert.
Sie haben vergessen.
Sie mussten vergessen.
Sie dürfen sich erinnern.
Diese Wahrheit,
die aus ihrem Schlaf erwacht,
die erinnert wird,
die auf leisen Sohlen kommt,
die jede nach Hause liebt.
Aus dem Schoßraum der Frauen
wird die neue Welt geboren,
jener Quelle,
aus der alles Leben entspringt,
jenem Ort,
der das Leben feiert.
Die Frauen dieser Welt stehen auf,
nicht zum Kämpfen,
nicht um mit Gewalt
die Änderungen herbeizuführen.
Die Frauen dieser Welt stehen auf,
um dem Leben hier auf dieser Erde wieder ihre Qualitäten
des Mitgefühls,
der Liebe,
der natur-natürlichen Verbundenheit,
der gelebten Weisheit,
der verkörperten Zuversicht,
der Schönheit,
der Freude,
der Glückseligkeit,
der Wahrheit
einzuflößen.
.
DIE VISION
~
MAMOKITA
MAMOKITA,
DIE WAHRHEIT,
DIE JEDER KENNT
UND
KEINER AUSSPRICHT.
Ein Ort,
wo wir uns an diese Wahrheit erinnern, die in uns wohnt.
Ein Ort,
wo wir diese Wahrheit aussprechen dürfen.
Ein Ort im Außen.
Ein Ort in jeder Frau.
Ich sehe Frauen,
die sich auf die Reise machen,
eine Reise nach innen,
dort wo sie ihre Stimme erinnern,
diese Stimme der Liebe, der Wahrheit, der Fürsorge, des Miteinanders.
Die diese Stimme erinnern
und sie hinaus in die Welt bringen.
Ich sehe Frauen,
weich wie der Morgentau,
zart wie das Rosenblatt,
eins mit der Natur und dem Kosmos.
Ich sehe Frauen,
die diesen Raum Mamokita,
im Außen in einer Gemeinschaft bewohnen,
weil sie ihn in ihrem Innern verkörpern.
Ich sehe Frauen,
die diesen Raum Mamokita,
hüten und bewahren,
damit andere Frauen
dort ihren Weg nach Hause antreten können.
Ich sehe Frauen,
die diesen Raum Mamokita
in ihre Familien bringen,
in ihre Heimatorte bringen,
in die Welt hinaustragen.
Wenn Mamokita gelebt wird,
erinnern wir uns daran,
dass Leben mehr ist als Funktionieren.
Wir beginnen den Tag nicht im Mangel,
sondern in Dankbarkeit.
Wir ehren die verschiedenen Jahreszeiten des Lebens
als Initiationsmomente unseres eigenen Seins,
die Geburt ebenso wie das Alter,
das Werden ebenso wie das Vergehen.
Wir feiern die Schwellen des Lebens.
Wir feiern das erste Lachen eines Kindes.
Wir feiern die Weisheit der Ältesten.
Wir feiern den Mut,
die eigene Wahrheit auszusprechen.
Arbeit dient nicht länger der Erschöpfung,
sondern dem Leben.
Jeder Beitrag wird geachtet.
Jede Gabe wird gewürdigt.
Wir sitzen gemeinsam an Tischen.
Wir erzählen Geschichten.
Wir singen.
Wir tanzen.
Wir trauern.
Wir lachen.
Die Schönheit kehrt zurück in unseren Alltag.
Die Natur wird nicht länger als Ressource ausgenutzt,
sondern als lebendige Verwandte geehrt.
WIR ERINNERN UNS DARAN,
DASS WIR TEIL
EINES GRÖSSEREN GANZEN SIND.
Und wir erinnern uns dabei,
dass das verlorene Paradies
kein Ort ist, den wir im Außen suchen müssen.
Sondern, dass wir das Paradies immer in uns getragen haben.
Dass das Paradies eine Weise zu leben ist,
die darauf wartet,
von uns erinnert zu werden.
Aufruf
ICH RUFE DICH
SCHWESTER
TOCHTER
MUTTER
FRAU
Wenn du deine Wahrheit erinnerst,
wenn sie tief in dir vibriert,
du dich aber noch nicht ermächtigst,
sie auszusprechen,
dann bist du gemeint.
Wenn deine Sehnsucht und dein Sehnen,
nach Wahrhaftigkeit, nach gelebter Liebe, nach Frieden
stärker in dir pulsiert als jede Sicherheit,
dann bist du gemeint.
Wenn du dich nach einer Welt sehnst,
im Gleichgewicht der Kräfte,
ohne Hierarchie und Rangordnung,
dann bist du gemeint.
Wenn du dich danach sehnst,
im Einklang mit der Erde und der Natur zu leben,
für sie einzutreten,
nach ihren Zyklen im Einklang mit deinen eigenen Zyklen zu leben
dann bist du gemeint.
Schwester, Mutter, Tochter, Frau
du bist gerufen,
dich wieder zu erinnern,
um das Neue,
das im Hintergrund des Weltgeschehens
seine noch unsichtbare Form annimmt,
zu leiten.
Die Welt selbst
steht an einer zyklischen Schwelle,
aus der etwas Noch-nie-dagewesenes
geboren wird.
Bist du bereit,
die Welt,
die Erde,
das Miteinander dieser Welt
in die nächste Ebene zu weben?
Bist du bereit,
deine Weisheit zu erinnern,
so dass sie die neue Erde mitgestaltet?
Schwester, Mutter, Tochter, Frau,
du,
die Hüterin des Lebens,
die Schöpferin,
die Gebärerin,
du bist gerufen,
deine Essenz, deine Weisheit, dein Sein
einzubringen,
DAMIT WIR EINE WELT ERSCHAFFEN,
DIE ES LOHNT GELEBT ZU WERDEN.
Eine Welt,
in der wir eingeladen sind,
uns zu unserem wahrhaftigen ICH
nach Hause zu lieben.
Es gibt einen Ort in uns,
der nie verloren ging.
Mamokita lädt uns ein,
dorthin zurückzukehren.
Aus diesem inneren Ort Mamokita
kreieren wir den äußeren Ort Mamokita:
das vollentfaltete WIR,
die Gemeinschaft,
die alles trägt.
Gemeinschaft ist kein Luxus,
sie ist Lebensgrundlage,
sie ist das gewobene Netz des Lebens.
Erst in der Gemeinschaft können wir uns erkennen.
Erst in der Gemeinschaft
fließt das,
was wir erinnern,
hinaus in die Welt
in unsere Familien,
in unsere Lebensorte,
in die Herzen, die bereit sind.
Erinnern wir uns,
dass das, was wir besitzen,
nicht uns allein gehört.
ES IST EIN GESCHENK DER GEMEINSCHAFT.
ES IST DAS ERBE DER GEMEINSCHAFT.
ES WURDE UNS ANVERTRAUT.
Die Spiralen
Foto: Zoshua Colah, Unsplash
Sowohl die eigene Person als auch die Gemeinschaft sind keine statischen Wesen.
Sie atmen,
sie bewegen sich,
sie wachsen,
ziehen sich zurück,
menstruieren
empfangen.
So auch der Raum Mamokita in dir und überall dort,
wo er kreiert wird,
bewegt sich in diesem wellenförmigen Sein –
von Innen nach Außen,
von Außen nach Innen.
So wie das Leben zyklische Bewegung ist,
so ist unser Sein eine ständige Spirale,
die uns von Innen nach Außen,
von Außen nach Innen bewegt.
Im Einklang mit der Natur
Wir müssen die Natur nicht beherrschen.
Die Natur ist nicht getrennt von uns.
Wir sind Teil der Natur.
.
Erinnern
In uns lebt ein Wissen,
das älter ist als unser Vergessen.
Es wartet darauf,
gehört zu werden.
Das Paradies war nie verloren.
Es war vergessen.
Wahrhaftigkeit
Unsere eigene Stimme ist nicht gefährlich.
Sie ist das Lebendigste, was wir haben.
Und wenn wir uns ganz wahrhaftig ausdrücken –
in Worten, in Stille, in unserem Sein –
berühren wir andere an dem Ort,
der in ihnen ebenfalls wartet.
WÜRDE
Jeder Mensch,
jedes Wesen
trägt eine unantastbare Würde
– unabhängig von Lebensphase, Wunde oder Geschichte.
Diese Würde ist nicht verdient.
Sie ist gegeben.
Sie verbindet uns mit dem Leben selbst.
Gleichgewicht
Gleichgewicht bedeutet die lebendige Spannung
zwischen Sein und Tun,
zwischen Geben und Empfangen,
zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen.
Erst im Gleichgewicht dieser Kräfte entsteht Leben.
Zyklisches Sein
Das Leben ist ein Rad, das sich ständig weiterdreht.
Leben ist ewige Bewegung.
Der Winter ist so heilig wie der Sommer.
Das Sterben so notwendig wie das Keimen.
Diese Bewegung des Lebens erfolgt nicht gradlinig,
sondern im fortwährenden Kreisen der Zyklen des Empfangens und Loslassens.
Kreis
Der Kreis ist unser Lehrer.
Dort gibt es keine Rangordnung – nur Augenhöhe.
Der Kreis schließt nicht aus, er hält alles.
Er ist die vollkommenste Form des Miteinanders, die wir kennen.
.
Foto: Mohammad Reza Razmpour Mamazii, Unsplash
Verkörperung
Unser Körper ist unser Tempel und gleichzeitig unser Weg.
Er ist die Manifestierung des heiligen Seelentraumes hier auf dieser Erde.
Meine mütterliche Ahnenlinie
Weisheit befindet sich tief in unseren Knochen und Zellen, tiefer als jedes Wort.
Sie wartet darauf, erinnert zu werden.
Diese Spiralen weben
von Innen nach Außen,
von Außen nach Innen,
gebären neue Spiralen.
Alle erschaffen sie in und um uns
einen Raum der Liebe, der Freiheit und des Friedens.
Sie erinnern uns,
wer wir sind.
.
WILLKOMMEN IN MAMOKITA,
IN DIESEM RAUM
AUSSERHALB VON DIR
UND
GLEICHZEITIG IN DIR,
IN DIESEM RAUM,
WO DEINE WAHRHEIT AUF DICH WARTET,
GESPROCHEN ZU WERDEN.
Die Zeit des Schweigens ist vorbei.
Die Zeit der Wahrhaftigkeit ist gekommen.
Die Zeit der Ermächtigung zum eigenen Wohl und
zum Wohle aller
hat begonnen.
.
Über die Autorin
Ich bin Angelika Michels,
Diplom-Psychologin und Begleiterin an inneren Schwellen.
Mit Mamokita öffne ich
Räume der Erinnerung –
Räume, in denen Frauen
ihrer eigenen Wahrheit,
ihrer Würde und
ihrem ursprünglichen Ausdruck
wieder begegnen können.
Foto: Ulla Amberg
Nimm dir das Manifest mit
Wenn du das Manifest in Ruhe lesen oder ausdrucken möchtest, kannst du es hier als PDF herunterladen.
Der Raum lebt weiter
Wenn du den Weg von Mamokita weiter begleiten möchtest, freue ich mich, dich im Raum der Erinnerung willkommen zu heißen.
Mit der Post aus dem Raum der Erinnerung erhältst du in regelmäßigen Abständen Gedanken, Geschichten und Einladungen – ruhig, ohne Hektik und nur dann, wenn es etwas zu teilen gibt.
© 2026 Angelika Michels
Text und Gestaltung: Angelika Michels
Fotos: eigene Fotografien, sofern nicht anders angegeben